Bad Ragaz, 8. bis 15. Februar 2019
Artist in Residence: Nuron Mukumi, Klavier


12.02.2019

Barocke Kostbarkeiten

Presse-Mitteilung VP Bank Classic Festival Bad Ragaz 2019

 

Barocke Kostbarkeiten

Das Ensemble Esperanza fasziniert mit grandioser Barockmusik in Bad Ragaz

 

Dass ein Streicherensemble wie das 2015 in Bad Ragaz aus Studenten der Internationalen Musikakademie Liechtenstein gegründete Ensemble Esperanza sich besonders der barocken Musik verpflichtet fühlt, liegt auf der Hand. Denn immerhin war es im späten 17. und 18. Jahrhundert an Kirchen und Fürstenhöfen durchaus üblich, dass man anstelle des heute üblichen Orchesters in sinfonischer Stärke ein kleineres Ensemble mit Streichern und Cembalo spielen liess. Dass dieses Ensemble Esperanza daher im diesjährigen VP Bank Classic Festival am Dienstagabend ein gesamtes Programm der Musik der Barockzeit widmet, scheint also nur logisch. Zudem hat das Ensemble Esperanza mit der Konzertmeisterin des Ensembles, der armenisch-französischen Geigerin Chouchane Siranossian, eine ausgemachte Spezialistin für das barocke Repertoire.

Doch einfach nur sogenannte bekannte Highlights der Barockzeit abzuspielen, liegt nicht im Interesse des Ensembles Esperanza. Vielmehr will man die Vielfalt, auch weniger bekannter Werke aufzeigen, will das Publikum mit unbekannterem Repertoire faszinieren. So war das Programm eingerahmt von zwei besonderen, erzählerischen Suitenwerken von Georg Philipp Telemann, der zu Lebzeiten einer der grössten Komponisten war, später von der Übermacht solcher Komponisten wie Johann Sebastian Bach und Georg Fridrich Händel von diesem Podest verdrängt wurde. Am Beginn stand Telemanns Don-Quichotte-Suite mit sieben erzählerischen Sätzen, die Szenen des zu Beginn des 17. Jahrhunderts erschienen Buchs von Miguel de Cervantes. Wunderbar konnte das Ensemble den Kampf gegen die Windmühlen, das Trappeln des Esels von Sancho Panza oder das Verlangen nach der geliebten Dulcinea musikalisch darstellen. Genau in diesen mit wenigen Mitteln und nur von Streichern gespielten geschickt umgesetzten Facetten erkennt man bis heute die Grösse des Komponisten Telemanns. Und da Telemann die meiste Zeit seines Lebens in Hamburg verbrachte, schrieb er auch eine „Wassermusik“, die anders als die bekanntere von Händel nicht eine musikalische Hintergrundmusik eines höfischen Fests war, sondern die das Wasser, die die Ebbe und die Flut in 10 Sätzen beschreibt. Auch hier konnte das Ensemble Esperanza seine bravouröse Streicherkultur beweisen. Fast schon unheimlich, bedenkt man, dass die Mitspieler zwischen 17 und 25 Jahre sind. Dieses Werk hat zudem noch eine emotionale Bedeutung für das Ensemble, denn mit diesem Werk hat es sich 2015 beim Festival in Bad Ragaz der Öffentlichkeit präsentiert.

Welche wunderbaren Solisten dieses Ensemble zudem in ihren Reihen hat, wurde dann in Johann Sebastian Bachs berühmten Violinkonzert E-Dur deutlich. Denn die 18-jährige Niederländerin Charlotte Spruit, die bereits seit Anbeginn Mitglied im Ensemble Esperanza ist, wirkte als Solistin in diesem Konzert. Dies war ein grosse Herausforderung, die Spruit mit gestalterischem Esprit und Verve löste – ein wahres Highlight im Festival.

Auch der Fagottist Matko Smolčić gehört mit seinen 24 Jahren zu der Garde der jungen hochbegabten Bläser, die häufiger mit dem Streicherensemble arbeiten. Mit Antonio Vivaldis Fagottkonzert e-Moll präsentierte Smolčić ein frühestes Beispiel, das sein Instrument aus dem begleitenden Basso-Continuo-Apparat in den solistischen Vordergrund stellte. Und wie behände und virtuos der Kroate sein Instrument zu spielen versteht, begeisterte das Publikum im vollbesetzten Bernhard-Simon-Saal des Grand Resort Bad Ragaz.

Das Ensemble Esperanza hat sich nicht nur entwickelt, sondern befindet sich am Scheideweg vom Förderprojekt für junge Musiker zu einem professionellen Ensemble. Dass es sich vor diesem Wechsel in das „wahre“ Musikleben nicht fürchten muss, bewies es an diesem Abend.

 

 

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© Andreas Domjanic

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