Bad Ragaz, 8. bis 15. Februar 2019
Artist in Residence: Nuron Mukumi, Klavier


11.02.2019

Nonette zum 9. Festival

Presse-Mitteilung VP Bank Classic Festival Bad Ragaz 2019

 

 

Nonette zum 9. Festival

Junge Musiker spielten in der Evangelischen Kirche in Bad Ragaz hingebungsvoll

 

 

Die Zahl Neun hat in unterschiedlichen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen. Aber da Drei mal Drei Neun ergibt, steht sie mal für einen Drachen, mal für die weltumfassende Einheit und einmal für etwas Böses. Das mit „Nonett (9)“ überschriebene Konzert in der Evangelischen Kirche in Bad Ragaz im Kontext des VP Bank Classic Festival hingegen war eine logische Fortführung der Idee die Zahl der Austragung dieses Festivals auch musikalisch umzusetzen. In den vergangenen Jahren hatte sich die jeweilige Zahl des Bestehungsjahres wie ein roter Faden durch die Gesamtprogramme des Festivals gezogen. In diesem Jahr war besagtes Konzert das einzige, das der Zahl Neun huldigte. Doch deshalb war es nicht weniger bedeutend oder etwas weniger spannend. Ganz im Gegenteil …

Mit zwei Nonetten für Violine, Viola, Cello, Kontrabass und der typischen Holzbläserbesetzung hatten die Komponisten mit einem Nonett eine Art kleines Orchester vor sich. Und gerade der als Violinvirtuose berühmt gewordene Louis Spohr war begeistert von der Besetzung und setzte diese Begeisterung in seinem Nonett F-Dur op. 31 um. Allerdings auf eine Art, dass er die Streichersektion geschickt mit dem Bläserquintett in Kontrast setzte und diese beiden Gruppen konzertant miteinander verband. Die jungen Musiker (Charlotte Spruit, Violine, Dagmar Korbar, Viola, Moritz Huemer, Cello, Jura Herceg, Bass, Eva-Nina Kozmus, Flöte, Viktor Marin, Oboe, Luisa Gehlen, Klarinette, Matko Smolcic, Fagott und Marcel Üstün, Horn) kämpften ein wenig mit dem Nachhall des Kirchenraumes, denn das gegenseitige Hören wird mit solch einem Nachhall erschwert. Dennoch fanden die neun Musiker – alle im Alter zwischen 19 und 30 Jahren – zu einer lebendigen Darstellung dieses Nonetts.

Der 1839 im liechtensteinischen Vaduz geborene Josef Gabriel Rheinberger ist als Komponist von ganz anderem Holz geschnitzt als Spohr, der noch klar zur Periode der Wiener Klassik zu zählen ist. Rheinberger dagegen ist ein ausgemachter Spätromantiker, der mit großflächigem Klang arbeitete, immer einen dichten Stimmensatz verfolgt. Kein Wunder, dass seine Schüler Richard Strauss oder Max Bruch diese Schreibweise in ihren Grundlagen übernahmen. Und wenn er neun Musiker in seinem Nonett Es-Dur Op. 139 (durchaus ein Spätwerk) vorsah, dann wusste er, dass er fast so etwas wie einen sinfonischen Klang erzeugen konnte. Gleichsam konzentriert wie nervös aufgrund der Kälte in der Kirche arbeiteten sich die neun Musiker durch die vier Sätze, konnten die Dramatik, die geschickte Verquickung von auftrumpfenden Klangwelten und wunderbaren Melodien famos aufrechterhalten. Vielleicht fühlten sie sich an diesem speziellen Ort auch verpflichtet, Rheinberger besonders akkurat und aufregend zugleich zu spielen, denn immerhin ist der Organist der Evangelischen Kirche in Bad Ragaz, Hannfried Lucke, Mitherausgeber von Werken Rheinbergers …

Letztendlich aber zeugte dieses Konzert wieder einmal von der grandiosen Ansammlung an ernsthaften wie talentierten Musikern in diesem Festival. Denn wo sonst findet man eine Nonett-Besetzung in dieser Qualität, mit Musikern dieses jungen Alters?

 

 

Abdruck honorarfrei – Belege erbeten!

 

 

 

 

 

Weitere Informationen unter:

 

Festivalverein NEXT GENERATION

c/o Wälti Treuhand und Revision AG

Taminastrasse 4

CH-7310 Bad Ragaz

info@vpbankclassicfestival.com

www.vpbankclassicfestival.com

Tel.: +41 (0) 78 231 11 22

 

© Andreas Domjanic

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