Bad Ragaz, 8. bis 15. Februar 2019
Artist in Residence: Nuron Mukumi, Klavier


10.02.2019

Eine Fundgrube für grossartige Talente

Presse-Mitteilung VP Bank Classic Festival Bad Ragaz 2019

 

 

Eine Fundgrube für grossartige Talente

Die jüngsten, hochtalentierten Musiker im VP Bank Classic Festival in Bad Ragaz

 

Die Förderung junger, musikalischer Spitzentalente hat Tradition beim VP Bank Classic Festival im Grand Resort Bad Ragaz. Mit dem Anspruch der Förderung dieses Spitzennachwuchses ist dieses Festival unter der Leitung des Festivalvereins Next Generation vor neun Jahren angetreten. Und die Erfolge der Förderung haben längst Früchte getragen, denn viele der früher erstmals im Festival in Bad Ragaz zu hörenden Talente sind mittlerweile auf den Weltbühnen zu Hause. Diese Entdeckerfreude sollte das Publikum auch in diesem Jahr begeistern. Der Intendant des Festivals, Drazen Domjanic, hat ein untrügliches Gespür für die jüngsten Talente, die in der Lage sind, sich wie bekannte Musikergrössen auf einer Bühne zu präsentieren. Am Sonntag, dem 10. Februar, waren gleich zwei Konzerte diesen Ausnahmetalenten gewidmet.

Das Matinee-Konzert gab drei jungen Pianisten ein Forum. Die Russin Alexandra Stychkina (* 2003), die als 15-Jährige bereits zahllose Preise gewinnen konnte, stellte sich mit den fragilen Mazurken Op. 68 von Frédéric Chopin einer schwierigen Aufgabe, denn diese kurzen Tänze sind fragil und mit viel Einfühlungsvermögen zu spielen. Hier konnte sie zwar das Gelernte wunderbar wiedergeben, aber nicht in die Tiefe der werk eindringen. Die 2. Klaviersonate Alexander Skrjabins war da schon überzeugender, da sie die klanglichen und zeitgleich verzwickten Charakterwechsel intuitiv zu erfassen vermochte.

Erst im November 2018 hat der 1997 geborene Türke Can Cakmur den grossen Internationalen Klavierwettbewerb im japanischen Hamamatsu gewinnen können. Im Bernhard-Simon-Saal nun vermochte er die Zuhörer mit zwei Sonaten des Italieners Domenico Scarlatti zu faszinieren. Allein mit den dynamischen Wechseln in den Wiederholungen, mit dem Gespür für die folkloristischen Themen der Musik Andalusiens, den gitarrenähnlichen Klängen zeigte er, dass er zu Recht einer der grossen Hoffnungen der jüngeren Pianistengeneration ist. Und wie sehr sich sein Klang in Mendelssohns Fantasie fis-Moll änderte, bewies sein musikalisches Talent, seine Sicht auf die musikalische Aussage, denn allein auf das Technische am Instrument. Man folgte den Ausführungen Cakmurs gerne, liess sich in den Sog seiner Ideen hineinziehen. Das war grossartiges Klavierspiel!

Eva Gevorgyan trat zuletzt an, um als jüngste (* 2004) das Publikum zu verblüffen. Mit fast beängstigender Sicherheit, Kraft und Professionalität gestaltete sie Liszts so facettenreiche „Rhapsodie Espagnole“. Dabei schien die technische Seite des Spiels fast mühelos zu sein. Kaum wollte das Publikum bei diesem Auftritt glauben, dass dieses Mädchen erst 14 Jahre alt ist. Und welch ein besonderes Talent da am Flügel sitzt, erkannte das Publikum dann zuletzt in Camille Saint-Saëns’ „En forme de valse“. Wer dieses Konzert verpasst hatte, wird sich später fragen, warum, denn diese Talente wird man sicherlich bald auf den berühmten Bühnen hören können.

 

Das Nachmittagskonzert am Sonntag sollte nicht weniger Spannendes von den jüngsten bieten. Clara Shen ist mit 13 Jahren die jüngste Musikerin des diesjährigen Festivals. Doch die kleine deutsche Geigerin, die im Januar noch bei der Eröffnung des „World Economic Forum“ in Davos gespielt hat, ist es gewohnt auf der Bühne zu stehen. Wenngleich die die Violinromanze Nr. 2 F-Dur von Ludwig van Beethoven noch recht verhalten und etwas statisch spielte (auch etwas übervorsichtig von Polina Sasko am Flügel gestaltet), fand sie in Saint-Saëns’ „Introduktion und Rondo capriccio“ weitaus stärker zu einem freieren Spiel, das sich auch in einem flexibleren Klang ausdrückte. Natürlich ist sie ein riesiges Talent, das steht ausser Frage. Auch der 15-jährige deutsche Cellist Philipp Schupelius war ein solch ganz junges Talent, als er erstmals im vergangenen Jahr in Bad Ragaz auf der Bühne sass. Mittlerweile ist er an seinen Aufgaben gewachsen und konnte die dunkel-dramatischen Ausdruckswelten in Alberto Evaristo Ginasteras (1916–1983) „Pampeana“ Nr. 2 so eindrucksvoll gestalten, dass man als Zuhörer das Aussehen des jungen Künstlers mit dem zu Hörenden kaum übereinbringen konnte. Und in Bohuslav Martinus „Variationen über ein Thema von Gioachino Rossini“ spielte er so überzeugend, als hätte er das Cellospiel niemals erlernen müssen.

 

 

 

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Auch der 15-jährige Kroate Arsen Dalibaltayan war im vergangenen Jahr erstmals zu Gast in Bad Ragaz gewesen. Mit der schwierigen 2. Sonate von Sergej Rachmaninow hatte er sich an diesem Nachmittag eine schwierige Aufgabe gestellt. Bei aller Virtuosität in all der Notenflut des 1. Satzes fand er zu einer auf das Wesentliche beschränkte Gestaltung, die stark überzeugte: spannungsgeladen, ohne die Technik zum Selbstzweck zu machen. Auch im 2. Satz fand er zu dieser Art von sehr persönlicher Aussagekraft, die neue, wenig gehörte Akzente in diesem vielgespielten Werk erkennen liess. Der 3. Satz allerdings entglitt dem jungen Kroaten ein wenig: unorganisch, zu schnell und ohne Struktur zeigte sich, dass Arsen Dalibaltayan ein unfassbares und hörenswertes Talent ist, das noch wachsen muss.

Alle drei der jungen Musiker kamen am Schluss zusammen, um als Klaviertrio das grossartige Trio „Élégiaque“ zu interpretieren. Wohl hatten sie nicht allzu viel Zeit mit diesem Werk und gemeinsam verbracht. Alle drei achteten zwar aufeinander, fanden aber nicht immer zum gemeinsamen Ausdruck und schwankten im Tempo. Aber all dies war vor dem Hintergrund, dass man eine 12-, einen 14- und einen 15-Jährigen auf der Bühne hatte. Und da kann man nur sagen: Bad Ragaz ist während der Zeit des VP Bank Classic Festivals eine Fundgrube für das Entdecken famoser Talente!

Natürlich spielt an solch einem Tag auch immer die Faszination für die jüngsten hochtalentierten Musiker eine Rolle für das Publikum. Und genau diese Faszination wird vom Verein Next Generation umgesetzt in eine gesunde Art der Förderung. Niemals entsteht Druck für diese jungen Menschen, niemals wird ihnen nahegelegt, was sie spielen sollen … Diese gezielte Förderung ist Gold wert und man sollte niemals das Motto des Vereins vergessen: Gemeinsam können wir Einzigartiges erschaffen!

 

 

 

Abdruck honorarfrei – Belege erbeten!

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen unter:

 

Festivalverein NEXT GENERATION

c/o Wälti Treuhand und Revision AG

Taminastrasse 4

CH-7310 Bad Ragaz

info@vpbankclassicfestival.com

www.vpbankclassicfestival.com

Tel.: +41 (0) 78 231 11 22

 

© Andreas Domjanic

 

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