Bad Ragaz, 8. bis 15. Februar 2019
Artist in Residence: Nuron Mukumi, Klavier


09.02.2019

Nahrung für die Seele auf mehr als 45 Saiten

Presse-Mitteilung VP Bank Classic Festival Bad Ragaz 2019

 

Nahrung für die Seele auf mehr als 45 Saiten

Harfenkonzert beim VP Bank Classic Festival

 

Wenn ein Harfenkonzert auf der Tagesordnung steht, dann ist das etwas Besonderes. Denn dieses Instrument, das man in der Regel in Orchestern mit großen Besetzungen zu sehen und zu hören bekommt, hat immer noch etwas Ätherisches aus alten Zeiten. Immerhin ist die Harfe in ihrem Ursprung eines der ältesten Instrumente der Welt.

Kein Wunder, dass der Publikumszuspruch beim VP Bank Classic Festival in Bad Ragaz so groß war, dass man für den gemütlichen Musiksalon im Grand Resort Bad Ragaz geplante Harfenkonzert am Samstagnachmittag in den Bernhard-Simon-Saal verlegen musste. Schön vor allem für die österreichische Harfenistin Elisabeth Plank, denn das Publikum hing der 28-Jährigen geradezu an den Fingern, die elegant und mit beständig warmem und eindringlichen Klangprojektionen über das Instrument huschten. Zudem war das gewählte Programm facettenreiches, durchweg romantisch, aber mit Überraschungen gespickt. Alle Komponisten hatten eine von der Instrumentalistin gewollte Verbindung zu ihrer Heimatstadt Wien. So Louis Spohr, der in Wien arbeitete und mit einer Harfenistin verheiratet war. Seine Fantasie c-Moll Op. 35 stand am Beginn, ganz in der Tradition des biedermeierlichen Denkens, dem das Instrument Harfe, als intimes Instrument der Hausmusik unterworfen war. Aber Plank erklärte sympathisch wie sich die großen Virtuosen der Vergangenheit ihrem Instrument widmeten und Werke für sich schrieben. So auch der große Brite Alias Parish Alvers, der von Hector Berlioz als „Liszt der Harfe“ bezeichnet wurde und der sich – ähnlich wie Liszt mit seinen Werken für Klavier – auch den Sonetti von Petrarca in seinen „Illustrazioni die Poeti Italiana“ widmete. Nachdenklich ernsthaft erklangen diese drei Stücke, weit ab von purer Virtuosenmusik. Dass Alvers aber auch seinem Ruf entsprechenden schreiben konnte, bewies sie in der „Serenade“ Op. 83 ebenso wie in der für damalige Zeiten ungewöhnlich modernen Schreibart des „Gran Studio ad imitazione del Mandolino“, in dem der Komponist die Mandolinenmusik imitierte. Die „Drei Lieder ohne Worte“ des Wieners Franz Lachner waren dagegen eher an Mendelssohns Idee gemahnende Alltagskost. Doch selbst hier konnte Elisabeth Plank die Zuhörer mit ihrem finessenreichen Spiel faszinieren.

Am Ende dann ein Rondeau auf das Trio „Zitti zitti“ aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ des französischen Harfenisten und Komponisten (dessen Verbindung zu Wien allerdings nur Auftritte waren). Hier zeigte sich eine andere Facette der Harfe als Hausinstrument: Um die damals bekannten Melodien aus Opern zu hören, musste man sie selbst spielen. Das Publikum war begeistert, fasziniert von der Grazie der Interpretin, des Instruments und der Musik, die eine Stunde lang wie eine wunderbare Nahrung für die Seele war und damit die Zuhörer alles andere vergessen lassen konnte.

 

Wie gut, dass das VP Bank Classic Festival – in der Tradition des Festivals – auch in der neunten Austragung solch ungewöhnliche Programme in den Ablauf einfliessen lässt. Sie haben es verdient!

 

 

 

 

Abdruck honorarfrei – Belege erbeten!

 

 

 

 

 

 

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Festivalverein NEXT GENERATION

c/o Wälti Treuhand und Revision AG

Taminastrasse 4

CH-7310 Bad Ragaz

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Tel.: +41 (0) 78 231 11 22

 

© Andreas Domjanic

Nahrung für die Seele auf mehr als 45 Saiten

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